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Bewirtschaftung der Kossenblatter Seen

Naturgewässer sind Gewässer in denen der Mensch dem Gewässer mit Besatz hilft, den Bestand aufrecht zu erhalten und keine Fremdfische (nicht Ortstypische Fische) als Besatz einbringt. Ich betreibe auf den Gewässern eine herkömmliche „Stille Fischerei“ wie vor 100 Jahren, da hierbei das Fanggeschirr "Still" über Grund ausgelegt und dort auch liegen bzw. stehen bleibt. Diese alte Methode ist besonders nachhaltig. Es erfolgt keine Zerstörung von Lebensräumen, da weder die Wasserpflanzenwelt, noch der Bodengrund durch das stehende Fanggeschirr  beeinträchtig wird.

 

Der nicht gewünschte Beifang kann durch das gezielte Fischen auf einzelne Fischarten und deren Mindestgröße auf ein Minimum reduziert werden. Die Fänge der verschieden Fischarten sind auf Naturgewässer sehr vom Wetter und von der Jahreszeit abhängig.

 

Die wirtschaftlich wichtigsten Fischarten, ihre Fangzeit, Fangmethode, Fanggröße und Besatz:

 

Aal

Der Aal ist der wirtschaftlich wichtigste Fisch. Die Fangzeit ist von April bis Oktober wobei in den Sommermonaten Juli und August nur eingeschränkt auf diesen gefischt werden kann. Steigt die Wassertemperatur auf über 26 Grad, ist im Wasser so wenig Sauerstoff gebunden, das die Gefahr besteht, das die Aale in den Großreusen sterben. Aus diesem Grund, werden die Großreusen teilweise vom Fang ausgeschlossen, so dass in den Sommermonaten der Fang sehr gering ist. Ab September kommen als Fanmethode noch die Aalschnur und Aalpuppen (Köderfische) zum Einsatz. Durch den Einsatz von Großreusen, Aalketten ist eine schonende und gute Sortierung der Fänge möglich.

 

Beim Einsatz von Aalschnur und Aalpuppen ist durch die Wahl der Köderfischgröße sichergestellt, das nur die Aalgrößen gefangen werden, die wirklich gewünscht werden. Aale werden in zwei Kategorien unterschieden, dem Breitkopf oder Fressaal sowie dem Spitzkopfaal. Der Breitkopfaal wird erst ab ca. 70 cm oder 500 Gramm gefangen bzw. mit-genommen. Der Spitzkopfaal wird ab ca. 60 cm oder 350 Gramm gefangen bzw. mitgenommen. Der Hintergrund ist, das der Breitkopfaal eine Größe von bis zu 120 cm oder 4-5 Kilogramm erreicht. Der Spitzkopfaal wird dagegen nur bis 80 cm oder 600 Gramm groß. Dieses Auseinanderwachen liegt am Nahrungsangebot der Naturseen.

 

Die Seen haben eine natürliche Verbindung zur Spree, und damit haben die Aale die Möglichkeit, ab und zu zuwandern. Da zum Beispiel der Große Kossenblatter See ein Endsee ist (eine Weiterwanderung der Aale ist nicht möglich), hat dieser einen guten Aalbestand. Um diesen weiter zu gewährleisten, werden jedes Jahr die Seen mit Aalen besetzt.

 

Zander

Der Zander ist der wirtschaftlich zweit wichtigste Fisch. Die Fangzeit ist von September bis Juni, wobei im April, auch für den Fischer ein Schonzeit einzuhalten ist. Im Juli und August, wird auch nur eingeschränkt Zander gefischt, da die Wassertemperatur zu hoch sind, und die Qualität der Fische darunter leiden könnte. Sobald die Seen mit Eis bedeckt sind, kann nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr gefischt werden. Der Zander wird ab einer Größe von 60 cm oder 1,5 Kg gefangen und verarbeitet. Diese Sortierung wird erreicht, in dem die Maschenweiten der Stellnetzte ausreichend Groß (70mm) gewählt wird. Bei den Großreusen wird die Sortierung per Hand vorgenommen, genau wie beim Aal. Die Seen werden nicht mit Zander besetzt, da die Fische sich selbst reproduzieren.

 

Karpfen

Die Fangzeit ist von September bis April, wobei in den Wintermonaten durch Eis nicht gefischt werden kann. Von Mai bis August wird kein Karpfen gefischt, weil dann die Haupt Wachstumsphase ist. Karpfen werden mit Stellnetzen oder mit Großreusen gefangen. Die Sortierung erfolgt wie beim Zander. Die Karpfen die gefangen und verarbeitet werden haben eine Größe von mindestens 60 cm oder 3 Kg. Die Seen werden im Schnitt alle 2 Jahre mit Karpfen besetzt, da der Karpfen nur bei idealen Bedingungen sich selbst reproduziert (die Erklärung wäre sehr umfangreich). Diese Fischart ist außerdem auch der Haupt Angelfisch für die Hobby Angler.

 

Hecht

Beim Hecht verhält es sich genauso wie beim Zander, er reproduziert sich selbst und wird im Sommer ebenfalls nicht oder nur eingeschränkt befischt. Der Hecht wird ab einer Größe von ca. 60 cm oder 1,5 Kg gefangen und verarbeitet, mit den selben Fangmethoden wie beim Zander. Die Fangzeit ist von September bis Juni. Wobei in den Wintermonaten das fischen bei Eis auf den Gewässern möglich, aber sehr aufwendig ist.

 

Schlei und Barsch

Diese Fischarten gelten nur als Beifang und haben nur eine relativ geringe wirtschaftliche Bedeutung. Diese Fische werden ausschließlich mit Großreusen gefangen, da die Stellnetzmaschen zu klein gewählt werden müsste und die Gefahr bestünde, durch die keinen Maschen (50 mm), die 2-3 jährigen Zander und Hechte (600g -1200 g) zu fangen. Diese Fischarten werden mit einer Mindestgröße von ca. 20 cm oder 500 Gramm gefangen und verarbeitet. Diese Fische reproduzieren sich selbst. Fangzeit ist von September – Juni, wobei die Wintermonate mit Eis auf den Gewässern das fischen verhindern.

 

Salmoniden

Diese Fischarten werden ausschließlich zugekauft, da diese Gewässer viel zu trübe und warm sind, um ein Überleben zu gewährleisten. Ein Besetzen im Naturgewässer kommt schon deshalb nicht in Frage, da diese Fische hier Artenfremd sind, und durch die hohen Wassertemperaturen und dem trüben Wasser sowie der hohe Bestand an Zander und Hecht wäre ein Überleben völlig aussichtlos. Ich hoffe, dass ich Ihnen einen kleinen Überblick über die Fischarten und deren Fangmethoden auf Naturgewässern geben konnte. Falls Sie weitere oder speziellere Fragen haben sollten, stehe ich Ihnen sehr zur Verfügung.